Filmpromo.de – Trends und Best Practice Communication Cases aus der Entertainment-Industrie

Trends und Best Practice Communication Cases aus der Entertainment-Industrie

Subscribe to Filmpromo.de – Trends und Best Practice Communication Cases aus der Entertainment-Industrie

Natürlich ist es kein neues Phänomen, aber es fällt mir besonders in den letzten Wochen und Monaten immer mehr auf, dass aktuelle Kinofilme aus allen Genres starken Bezug zu neuen Technologien herstellen.

Unter dem Motto “Die Zukunft von gestern” ist es immer wieder amüsant, Filme aus der Vergangenheit mit einem besonderen Augenmerk auf gezeigte Zukunftstechnologien zu betrachten. Vorreiter hier war sicherlich das Star Trek Universum. Egal ob Beamen, Holodeck oder der Lebensmittel-Replikator, jedes dieser Beispiele gibt es heute schon in mehr oder weniger ausgeprägter Form. “Prof. Beam” Anton Zeilinger arbeitet vereinfacht gesagt als Quantenphysiker daran Marterie über bestimmte Distanzen zu transportieren, das Holodeck ist dank Datenbrillen wie der Oculus Rift so gut wie real und auch der Lebensmittel-Replikator könnte schon bald dank 3D-Drucker für den Heimgebrauch einer breiten Masse zugänglich sein.

Auch Blade Runner oder später Minority Report werden in diesem Zusammenhang immer wieder gerne genannt, besonders wenn es um personalisierte Werbung, neue Interfaces und das damit verbundene Kunden-Tracking geht.

Die Liste könnte man nun endlos weiterführen. Ich möchte daher versuchen, ab sofort in einer Art Serie in unregelmäßigen Abständen und damit anlassbezogen über aktuelle Filme mit Bezug zu neuen Technologien berichten.

Den Auftakt machen die Filme Her, Transcendence und Sex Tape.

In Her verliebt sich Theodore Twombly, gespielt von Joaquin Phoenix in das intelligente Betriebssystem Samantha. Der Film, dessen Regisseur Spike Jonze sich auch von den Theorie von Vordenker Ray Kurzweil inspirieren ließ, spielt in der nahen Zukunft und zeigt auch weitere mögliche Technologien die uns schon bald bzw. heute schon beschäftigen. Die Online-Ausgabe von Wired widmet sich in einem längeren Beitrag ausführlich der Frage, wie einige User Interfaces aus dem Film zukünftiges Design auch im wahren Leben beeinflussen könnten. Vor allem geht es um die Art und Weise, wie Technologie im täglichen Leben sicht- oder eben unsichtbar wird. Während in früheren Zukunftsfilmen eine stark sichtbare Technologisierung (zum Beispiel durch große Videowände und interaktive Screens auf allen erdenklichen Oberflächen) gezeigt wird, ist Technologien in Her quasi unsichtbar geworden, ähnlich dem Ansatz von Shytech, der davon ausgeht, das High Tech zunehmend in den Hintergrund tritt.

Wired fasst es mit folgendem Absatz sehr gut zusammen: “The world Her shows us is one where the technology has receded, or one where we’ve let it recede. It’s a world where the pendulum has swung back the other direction, where a new generation of designers and consumers have accepted that technology isn’t an end in itself–that it’s the real world we’re supposed to be connecting to.”

 

Transcendence erzählt die Geschichte von Dr. Will Caster, dem es als führenden Forscher im Bereich künstliche Intelligenz gelingt, das kollektive menschliche Wissen in Maschinen zu übertragen und diese auch mit Emotionen auszustatten. Hier haben wir es tatsächlich mit einer von realen Forschungen beeinflussten Geschichte zu tun. Der russische Entrepreneur Dmitry Itskov und seine Initiative 2045 befassen sich seit 2011 akademisch mit der zukünftigen Mensch-Maschinen-Konvergenz und standen den Produzenten des Films mit wissenschaftlichem Rat zur Seite, wie ein kurzes Featurette des Films zeigt. Jedes Jahr lädt die Initiative 2045 globale Vordenker zum Kongress nach New York ein, um dort über das Avatar Vorhaben zu debattieren, in dem es darum geht, die menschlische Personlichkeit auf künstliche Träger zu übertragen mit dem Ziel der Unsterblichkeit. BusinessInsider.com widmet sich dem Film mit einer Technologie-Brille.

Hier der offizielle Trailer zu Transcendence.

Und schließlich gibt es noch die neue Komödie Sex Tape von Sony Pictures. Darin kämpfen Cameron Diaz und Jason Siegel als Ehepaar mit der verflixten Apple-Cloud, in die ihr privates Sex-Video versehentlich gespeichert wurde und sich nun viral nicht nur im Freundeskreis verbreitet. Aber damit nicht genug, nutzt Sony den Film zudem um sich über die Konkurrenzprodukte und Dienstleistungen von Apple wie iPads und den Spracherkennungsdienst SIRI lustig zu machen. Nun, dazu benötigt es vermutlich keine weitere Erklärung. Ich denke, jeder kennt das Problem der nicht beabsichtigten oder unbedachten automatischen Sicherung und Verbreitung von Inhalten in der Cloud, egal ob im Firmenumfeld oder Privatleben. Damit ist diese Komödie vermutlich am nächsten dran an der schönen neuen Technik-Welt!

Update am 7. Mai 2014:

him

Mit Him hat der Spike Jonze Fan Bjorn Johansson eine Website online gestellt, die für Googles Web Browser Chrome gemacht wurde und die auf Googles Chrome Spracherkennungssoftware basiert. Die Website reagiert auf mündlich gestellte Fragen und antwortet darauf mit einer Computerstimme. Im Mittelpunkt steht Bjorn Johansson selbst, der ironischerweise den selben Nachnamen trägt wie jene Schauspielerin, die dem Betriebssystem in Spike Jonze Film Her, die Stimme leiht: Scarlett Johansson.