Filmpromo.de – Trends und Best Practice Communication Cases aus der Entertainment-Industrie

Trends und Best Practice Communication Cases aus der Entertainment-Industrie

Subscribe to Filmpromo.de – Trends und Best Practice Communication Cases aus der Entertainment-Industrie

Filmemachen auf einem völlig neuen Level

Geschrieben am 8.Dezember 2009

So nennt Schauspieler Laz Alonso die Produktion von Avatar, James Camerons neuestem Streich, der ab 17. Dezember das Kino revolutionieren soll. Tatsächlich stellt die Produktion des Films einen Meilenstein vor allem in der Entwicklung neuer Kameras dar, und auch auf die Augmented Reality Technologie wurde erstmals für die Produktion eines Films zurückgegriffen.

Neben dem bereits vorhandenen Performance-Capture (= Motion Capture)-Verfahrens, bei dem die Schauspieler spezielle Anzüge und Kopfapparaturen tragen, die ihre Bewegungen und Gesichtszüge tracken, kamen bei der Produktion von Avatar auch weitere revolutionäre technische Entwicklungen wie die virtuelle Kamera erstmalig zum Einsatz.

Sie sorgte nicht nur dafür, dass für die digitale Animation Regisseur und Darstellung von zentraler Bedeutung wurden, sondern erschuf auch ein neues Paradigma für die Produktion. Sie erlaubte es James Camerion zum ersten Mal überhaupt, die digitale Version seiner Schauspieler und die digitalen Schauplätze zum gleichen Zeitpunkt in der Kamera sehen zu können, während er mit den Schauspielern im Stuio arbeitete.

Gleichzeitig bekommen auch die Darsteller ein viel besseres Gefühl für ihre digitalen Figuren, denn sie können die digitale Szene und die digitale Szenerie nahezu sofort sehen, anstatt Monate warten zu müssen, bis die Effekt-Firmen lange nach Ende der Dreharbeiten die fertigen Szenen liefern.
Die bereits in der Kamera sichtbaren Digitalbilder besaßen in etwa die Auflösung eines Videogames. Nachdem Cameron eine bestimmte Szene gefilmt und geschnitten hatte, wurde sie dann Weta Digital übergeben. Dort arbeitete man dann monatelang daran, fertige, hochauflösende Bilder zu erschaffen. Jede Einstellung wurde also zweimal kreiert. Zunächst am Set von Cameron und dann von Weta in der monatelangen Post-Produktion.

Die virtuelle Kamera, die aussieht wie eine Mischung aus Lenkrad und Videogame Controller, ist dabei eigentlich keine Kamera, denn sie nimmt nichts auf. Stattdessen ahmt sie eine Kamera nach, während sie mit digitalen Bilder eingespeist wird, die eine Gruppe hochmoderner Computer liefert, die die digitale Bühne am Set umsäumen. Auf einem kleinen Bildschirm auf der Apparatur sind dann die digitalen Bilder der Umwelt und der Figuren zu sehen, die diese Computer einspeisen.

Dank dieser Technik konnte Camerion Szenen, gerade auch die Actionsequenzen, aus jedem erdenklichen Blickwinkel filmen. Dadurch konnte er auf der virtuellen Studiobühne spontaner und flexibler inszenieren als bisher.
“Zum Beispiel konnte uns Jim nun bitten, einen vertikalen Maßstab von 5:1 zu kreieren”, erklärt Steven Rosenbaum von Weta Digital. “Wenn er dann die Kamera auf eine Höhe von 90 Zentimeter führte, wurde daraus eine Kranfahrt auf einer Höhe von 4 Meter 50. Und das in Echtzeit. Tatsächlich konnte Jim die Kameracrew in ein Team aus drei Meter großen Na’vi-Männer (so heißen die Bewohner des Planeten Pandora, auf dem Avatar spielt) verwandeln.”

Ein weiteres technisch innovatives Werkzeug in Camerons filmischen Intrumentarium war die Simul-Cam, die in Echtzeit digitale Figuren und Schauplätze in den Realdreh integrierte. “Jim konnte auf einem realten Set drehen, im Kamerasucher aber digitale Figuten und Schauplätze sehen, die real nicht existierten. Das ermöglichte es ihm, diese Szene mit der gleichen Sensibilität zu drehen wie eine real inszenierte.”

Quelle: Presseheft Avatar