Filmpromo.de – Trends und Best Practice Communication Cases aus der Entertainment-Industrie

Trends und Best Practice Communication Cases aus der Entertainment-Industrie

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Wenn Tradition und Innovation aufeinander treffen, so kann das entweder fatal oder aber sehr fortschrittlich enden. In dem heutigen Posting möchte ich mich natürlich jenen Fällen widmen, die aus der zweiten Gruppe kommen.

Die beiden kombinierten Medien sind zum Einen Außenwerbung als Vertreter der tradierten Medien und Mobile als moderner und interaktiver Kanal.

Über den digitalen Kanal Mobiltelefon (besser noch Smartphone) können heutzutage relativ fortschrittliche Technologien wie Bild- oder Objekterkennung oder andere Übertragungsstandards wie RFID" target="_blank">RFID (Radio Frequency Identification) oder NFC (Near Field Communication) genutzt werden. Das klassische Außenwerbemittel wiederum dient als Auslöser und Ursprung der Interaktivität.

Einzelne Best Practice Cases zu diesem Thema gab  es schon zigfach und ich habe hier auch schon einige Mal darüber berichtet. Interessant finde ich nun die Entwicklung hin zu Plattformen, die genau diese Verbindung von Mobile und Außenwerbung forcieren und damit zu einer standardisierten Interaktivierung beitragen.

Der deutsche Außenwerbespezialist Ströer beispielsweise hat zusammen mit Prisma, einer Firma für Informationstechnik die Applikation “Vooh!” entwickelt. Mit dieser sollen Werbemittel im öffentlichen Raum virtuell erweitert werden, ohne dass dafür spezielle Codes oder Marker benötigt werden. Nutzer der Applikation können ein Plakat abfotografieren, das anschließend mittels eines speziellen Erkennungsalgorithmus und standortbasierter Daten identifiziert wird. Sind entsprechende Funktionen hinterlegt, wird der Nutzer direkt auf Webseiten, Gewinnspiele oder zusätzliches Bild- oder Videomaterial verwiesen.

Auch der Mitbewerber JCDecaux setzt auf seine eigene Plattform für mobil interaktivierte Außenwerbung und launchte kürzlich U snap. Dabei handelt es sich ebenfalls um eine Applikation für iPhones und Android-Handys.  Mit “U snap” erhält man aus dem Netz sämtliche Hintergrundinformationen auf sein Handy, wenn man ein Werbeplakat abfotografiert. So lässt sich zum Beispiel schnell erfahren, wo das beworbene Kleidungsstück in der passenden Größe erhältlich ist.
Außerdem besteht die Möglichkeit, beim Onlinekauf an Rabattaktionen teilzunehmen.

In Österreich wiederum launcht die JCDecaux Tochter GEWISTA mit WinPin derzeit seine Plattform für mobile Zusatzinfos, Gewinnspiele und Coupons. Die dafür gegründete WINPIN GmbH bietet Werbekunden den Service an, ihre klassische Außenwerbung mit digital verlinkten Zusatzfeatures zu erweitern. Die Konsumenten melden sich dazu auf der Seite von WINPIN an. Jede Kampagne erhält einen vierstelligen Code, mit dem registrierte Nutzer über die Website an Aktionen oder Gewinnspielen teilnehmen können. Über eine mobile App ist WINPIN auch auf iPhone und Android-Handys nutzbar.

Neben den Plattformen der Außenwerber gibt es natürlich auch andere Anbietet, die sich auf die Entwicklung mobiler Applikationen spezialisiert haben, die eine Interaktivierung von statischen Medien ermöglichen.

An erster Stelle stehen hier natürlich die großen Mobile Augmented Reality Browser Layar und Junaio, die in der Vergangenheit jeweils mit äußerst innovativen Kampagnen auch aus der Filmbranche aufzeigten.

So erweiterte Disney bereits 2010 seine Citylights zu Prince of Persia. Fotografierte ein Passant das Filmplakats, konten er mit seinem Mobiltelefon über Layar nicht nur den Trailer zum Film anschauen, sondern wurde zusätzlich von der Filmfigur Tamina aufgefordert, an einem kurzen Spiel teilzunehmen. Hatte der Nutzer alle Fragen innerhalb des Spiels richtig beantwortet, erhielt er 50 “Movie Minutes” geschenkt, die er auf der gleichnamigen Plattform einlösen konnte.

Auch die Navigation vom Werbemittel zum Point of Sale ist über Augmented Reality Browser wie Layar möglich. Um den Markteinstieg für den neuen Teil der Videospielreihe “Splinter Cell” zu fördern, hatteen Herausgeber Ubisoft und Layar ein einzigartiges Augmented Reality-Spiel entwickelt: Der Layar-Browser versetzte den Nutzer in die Rolle eines Agenten, der auf den Straßen Amsterdams synchron zum Konsolenspiel insgesamt sechs Missionen mit Hilfe seines Handys erfüllen musste. Ziel des Spiels war ein Videospielladen. Dieser verkaufte den neuesten Teil “Splinter Cell: Conviction” und legte jedem erfolgreichen Agenten ein kostenloses T-Shirt als Belohnung bei.

Einzig und allein dem Thema AR Advertising verschrieben hat sich die britische Applikation “BlippAR“. Sie kann auf Basis von Augmented Reality Werbebotschaften oder Bilder einscannen, über Bilderkennung identifizieren und hinterlegte Zusatzinformationen anzeigen. Eine Printanzeige für einen Uhrenerzeuger wird so zum dreidimensionalen Erlebnis, bei dem der Nutzer die verschiedenen Modelle selbst an seinem Arm anprobiert, sie von allen Seiten begutachtet und gleich online bestellen kann. Zudem kann der Nutzer die Produkte bewerten, was anderen Nutzer der Anwendung dann als Entscheidungshilfe zur Verfügung steht.

In Deutschland hat sich Fox derzeit auf Junaio eingeschossen und setzt mit den Plakaten zu Planet der Affen – Prevolution nun bereits zum zweiten Mal nach X-Men: Erste Entscheidung auf den deutschen Mobile AR-Browser um den Trailer zum Film direkt vom Plakat aus herunter zu laden.

Wie in einem meiner letzten Postings zum Thema NFC bereits kurz angeschnitten, wird die von Google in den USA derzeit getestete Ausrichtung der visuellen Suchmaschine Goggles in Zukunft sehr spannend werden. Nicht zuletzt aufgrund der Verknüpfung von visuellen und non-visuellen Informationsübertragungen. So kann Goggles natürlich bereits Filmplakate erkennen und den Trailer dazu anzeigen (das Format wurde von Google erstmals in Zusammenarbeit mit Disney für den Film TRON:Legacy ausprobiert). In Zukunft werden weitere Features und Verlinkungen auch über NFC ermöglicht.

Bleibt abzuwarten, welche Plattform bzw. welcher Standard sich durchsetzen wird. Oder stehen sich am Ende doch wieder alle gegenseitig im Weg und verhindern die Innovation?